Univention Summit 2026
Das größte Open-Source-Event des Jahres brachte auch im Jahr 2026 wieder zahlreiche (550) Soft- und Hardwarehersteller, IT-Dienstleister und Anwender aus ganz Europa zusammen. Zusätzlich waren 300 Teilnehmer online dabei. Vom 28.-29. Januar wurden Trends, aktuelle Herausforderungen und smarte Lösungen rund um digitale Souveränität und nachhaltige Infrastrukturen mit Open Source in Verwaltung, Bildung und Wirtschaft behandelt. Die DECOIT® nahm als langjähriger Partner teil, um sich mit den neusten Leistungsmerkmalen des UCS-Servers bekannt zu machen.
Traditionell eröffnete der Geschäftsführer Peter Ganten die Veranstaltung mit dem Vortrag „digitale Souveränität – Jetzt!“ und schwor die Open-Source-Gemeinde auf europäische Software-Produkte ein. Nach Meinung Gantens verliert man in Deutschland immer mehr Boden gegenüber Meinungsmachern wie Meta und X. Daten werden unkontrolliert abgezogen und verwertet. Die Abhängigkeit zu Software-Herstellern wie Microsoft wachsen zudem immer mehr und werden zu einem Vendor-Lock-in. Zusätzlich stellt sich die USA insgesamt nicht mehr als verlässlicher Partner dar. Hinzu kommt, dass Innovationen nicht entstehen, indem Cloud-Dienste von Microsoft, Amazon oder Google verwendet werden. Open Source ist daher die Antwort für „Digitale Souveränität“ und die Hoheit über seine eigenen Daten. Dazu haben sich Deutschland und Europa auch bekannt, setzen dies aber noch viel zu wenig um.
Frank Hoberg von Open-Xchange erläuterte danach, wie aus seiner Sicht Innovation durch Open Source entstehen kann. Innovation kann dabei auf unterschiedlichen Ebenen (technisch, organisatorisch etc.) passieren. Proprietäre Systeme sind undurchsichtig, kundenfern, nicht anwenderfreundliche, bieten keine Priorisierung, keine Vielfalt und sind kostspielig. Im Gegensatz zu Open Source Software (OSS), die transparent, flexibel und kundenfokussiert ist. Hinzu kommen die Leistungen aus der Community, schnelle Markterprobung und langfristige Sicherung der Investitionen. Als Innovationsbeispiele nannte Hoberg Open-Xchange AI zur intelligenten E-Mail-Automation. Dabei fasst Open-Xchange AI Texte zusammen und unterstützt bei der Antworterstellung. Zusätzlich kann auf Open-Xchange Guard für integrierte E-Mail- und Datenverschlüsselung zurückgegriffen werden. Innovativ sind daran die breite Beteiligung, nachhaltige Investitionssicherung und die Zukunftsfähigkeit. Es bedarf aber Mut und Vertrauen in Open Source.
Danach ging es endlich in Richtung Univention-Produkte, die von der Produktmanagerin Daniela Grebe vorgestellt wurden. UCS@school wurde für den Bildungsbereich erweitert, während Nubus als Identity & Access Management (IAM) für Single-Sign-On (SSO), User Lifecycle, Federation und Role-Based Access Control (RBAC) weiterentwickelt wurde. Hier ist auch der Univention Corporate Server (UCS) mit enthalten. Im Jahr 2025 wurden dabei folgende Leistungsmerkmale erreicht: verbesserte Anbindung an Bestandssysteme, Nutzerkonten und Gruppen können wieder hergestellt werden, OX-Connector-Verbesserungen, MS365-Connector mit Group Privacy und allgemeine Performance-Verbesserungen. Im Jahr 2026 nimmt man sich vor: delegative Administration, UCS für Debian Trixie umsetzen, Observability und Monitoring: Auditierbarkeit sowie ein einheitlicher Webseitenkatalog. Alle weiteren Features haben den Schwerpunkt auf UCS@school, was den Trend der letzten Jahre bestätigt.
Ingo Steuwer, früher Produktentwicklung und inzwischen Vice President Platform bei Univention, stellte die allgemeine Roadmap im Anschluss vor. Der Name Nubus ist inzwischen zwei Jahre alt und hat sich inzwischen etabliert, wie er findet. Das Ziel ist es Anwender und Anwendungen über ein Identity & Access Management (IAM) zu verbinden. Nubus kann als Kubernetes oder als UCS ausgeliefert werden. Nubus für Kubernetes 1.0 (Cloud Identity Management) skaliert auf bis zu 100.000 Identitäten und bietet Hochverfügbarkeit (inkl. LDAP-Failover), BSI-Grundschutzkonformität sowie einfach Integration und Automatisierung. UCS 5.2 (On Premise Identity Management) bietet hingegen Single Sign On (SSO) vom Client zum Webservice, eine ActiveDirectory-Alternative sowie zahlreiche Konnektoren und Services. So sind verbesserte Integrationen mit OX-Connector und M365-Connector entstanden. Auch die Testinfrastruktur wurde ausgebaut, eine Trennung von Administrator-Domain und Nutzer-Domain umgesetzt und die Dokumentation erweitert bzw. verbessert. So existiert jetzt ein gemeinsames Handbuch für UCS und Nubus. In diesem Jahr sollen Feature-identische Releases für UCS & Kubernetes umgesetzt werden und Besonderheiten im Betrieb von UCS gegenüber Debian minimiert werden.
Der Univention Summit bot wieder viel Tracks und Talks innerhalb der zwei Tage. Allerdings kann festgehalten werden, dass der traditionelle UCS-Server für Unternehmen eine immer geringere Rolle für Univention spielt. Dementsprechend wenig Neuerungen lassen sich erkennen. Nubus ist für große Clouddienste vorgesehen und UCS@school für den Einsatz in Schulen. Typische Unternehmensszenarien sind daher immer seltener anzutreffen, weshalb die DECOIT® auch bereits seit einigen Jahren den UCS als zentrales IAM-System nicht mehr empfiehlt. Trotzdem bleibt der UCS für kleine Umgebungen und Behörden eine interessante Lösung, wenn man konsequent auf Open Source setzen möchte.