3. Konsortialtreffen des RESI-TSN-Projekts mit Teilnahme des Projektträgers stand im Zeichen der Use Cases
Zum dritten Konsortialtreffen lud der Partner Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) in Bremen ein, der die Veranstaltung auch mit einem Rundgang durch das Institut verband. So konnten sich die Teilnehmer einen Eindruck von anderen KI-Projekten machen, die Roboter im Unterwasserbecken oder auf einer nachgestalteten Mondoberfläche beinhalteten. Der Projektträger war bei diesem zwei Tage andauernden Treffen mit von der Partie, um sich direkt über den Projektfortschritt zu überzeugen.
Am ersten Tag stand neben der Bewältigung des Schneechaos auf dem Hinweg und der Besichtigung des DFKI ein gemeinsamer Workshop auf der Tagesordnung, der noch einmal die Use-Case-Szenarien genauer erarbeiten sollte, die durch die Insolvenz des ehemaligen Partners ArtiMinds seit Mitte 2025 nicht weiter erarbeitet werden konnten. An die Stelle von ArtiMinds ist die LANTECH Informationstechnik GmbH getreten, die ganz andere Anwendungsszenarien mitbringt. So wurde im ersten Szenario, dem sogenannten LANTECH-Szenario, die Kommunikation innerhalb eines Zugsegments betrachtet. Hierbei werden verschiedene Sensoren eingesetzt, die unter anderem den Bremsdruck, die Bremstemperatur sowie den Zustand der Bremsscheiben überwachen. Die Kommunikation erfolgt über ein zuginternes Echtzeit-Feldbus-System. Das Entertainment-System im Zug wird in das Szenario einbezogen, da es im Notfall abgeschaltet werden kann und dadurch erhebliche Systemressourcen freiwerden. Das Zugszenario ist zudem für die AnalyseBox von Relevanz, da auch ein umfassendes Monitoring der Sicherheit innerhalb des Zuges erforderlich ist. Mögliche Angriffsszenarien umfassen sowohl Attacken auf das TSN-Netzwerk als auch Angriffe auf die Anwendungen, wie beispielsweise das Entertainment-System. Für einen Demonstrator könnte zudem erwogen werden, einen Wagon von einem Drittanbieter der Bahn auszuleihen, um praxisnahe Tests zu ermöglichen.
Im zweiten Szenario, dem Wandelbots-Szenario, liegt der Fokus auf der Robotik innerhalb eines Industrienetzwerks. Im normalen Ethernet-Betrieb treten hier praktisch keine Paketverluste auf. Die hohen Anforderungen, die an ein Time-Sensitive Networking (TSN) gestellt werden, werden vor allem bei längeren Laufzeiten über mehrere Standorte hinweg relevant. Die von Wandelbots eingesetzten Sensoren können in diesem Szenario ebenfalls verwendet werden und sind für die Umsetzung eines TSN-basierten Robotik-Szenarios besonders interessant.
Zusätzlich wurde der Projektstatus vom Projektleiter beschrieben und mit den Partnern zusammen auf den aktuellen Stand gebracht. Das Projekt hat durch die Insolvenz von ArtiMinds und der relativ späten Akkreditierung von LANTECH im November 2025 eine deutliche Verzögerung. Durch die fehlende Detailbeschreibung der Use Cases haben sich zusätzlich Verzögerungen ergeben. Daher ist davon auszugehen, dass es eine kostenneutrale Verlängerung im Laufe des Projektes geben wird.
Am zweiten Tag zeigten alle Partner ihren Projektfortschritt. Während das DFKI das Konfigurationsmanagement entwickelt, dass einen sogenannten Fahrplan durch das TSN-Netzwerk bereithält, stellte das Fraunhofer IPMS die Netzwerkarchitektur vor, welches zwei Konfigurationsprotokolle beinhaltet und auf der TSN/A-Konferenz erfolgreich präsentiert werden konnte. Ein erster Prototyp ist für das IIC-Plugfest im Februar geplant. Der Partner Sensry zeigte hingegen einen Hardware-Prototyp, der Infrarotaufnahmen anfertigen konnte. Sensorsysteme können auf ihrem Ganymed-System beliebig integriert werden. Die DECOIT® zeigte hingegen sehr ausführlich, welche Angriffsmöglichkeiten sich durch TSN-Netzwerke ermöglichen, unter Einbeziehung bisheriger Anwendungsszenarien und stellte die Funktionalität der AnalyseBox zur Diskussion.
Am Ende der Veranstaltung wurden noch einmal alle offenen Arbeiten zusammengefasst und die Aufgaben für die nächsten Monate festgelegt. Trotz einer gewissen Verzögerung wurde im ersten Jahr des Projektes einiges erreicht, wie auf dem Treffen klar wurde. Allerdings müssen nun auch die neuen Use Cases zeitnah in die weiteren Entwicklungsschritte eingebettet werden, damit es zu keinen weiteren Verzögerungen kommt.